Von Dr. sc. nat. ETH Paolo Colombani | Lesezeit 2 bis 3 Minuten
Omega-3-Fettsäuren geniessen ein besonders positives Image. Sie werden nicht nur für die Herzgesundheit, sondern zunehmend auch für die Muskulatur beworben. Experimentelle Studien liefern dafür plausible Mechanismen. Doch führt die Einnahme tatsächlich zu mehr fettfreier Masse oder Muskelkraft? Eine neue Meta-Analyse liefert eine ernüchternde Bestandsaufnahme.
Omega-3-Fettsäuren erfüllen zahlreiche Funktionen im Körper. Die beiden langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, klassischerweise auch als «Fischöle» bezeichnet, werden unter anderem in die Zellmembranen der Skelettmuskulatur eingebaut. In experimentellen Untersuchungen beeinflussen sie Prozesse, die grundsätzlich für den Muskelaufbau interessant sind: So wurden bereits vor 15 Jahren eine verstärkte Reaktion der Muskelproteinsynthese auf Aminosäuren und Insulin sowie eine stärkere Aktivierung entsprechender Signalwege beobachtet 1,2.
Es ist daher plausibel, dass Omega-3-Fettsäuren auch Muskelmasse und Muskelkraft beeinflussen könnten. Entsprechend werden Omega-3-Supplemente inzwischen im Sport diskutiert und der mögliche Effekt auf die Muskulatur ist auch für das gesunde Altern von grossem Interesse. Die Ergebnisse der einzelnen Studien sind allerdings uneinheitlich. Eine neue systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse fasst nun die Ergebnisse entsprechender Interventionsstudien zusammen 3.
Nur gesunde Erwachsene berücksichtigt
Omega-3 und die fettfreie Masse
Omega-3 und die Muskelkraft
Von der Theorie in die reale Welt
Fazit
Quellen
Beitragsbild: © Eigene Darstellung (KI-generiert mit ChatGPT, OpenAI)