Von Dr. sc. nat. ETH Paolo Colombani | Lesezeit 3 bis 4 Minuten

Zusatzstoffe machen Lebensmittel haltbarer, schmackhafter oder kalorienärmer. Doch welchen Einfluss haben sie auf unsere Darmmikrobiota? Eine Schweizer Studie mit rund 1000 Erwachsenen liefert neue Hinweise: Eine höhere Belastung mit bestimmten Zusatzstoffen ging mit einer geringeren Vielfalt der Darmmikrobiota einher – selbst bei ansonsten guter Ernährung.

Ultraverarbeitete Produkte stehen zunehmend im Fokus der Ernährungsforschung. Meist werden sie anhand der sogenannten NOVA-Klassifizierung zusammengefasst (siehe «Die Nova-Klassifizierung der Lebensmittel»). Diese Einteilung der Lebensmittel gemäss ihrem Produktionsverfahren erfährt aber immer mehr Gegenwind, weil sie nicht «perfekt» ist und sie nicht die Aspekte eines ultraverarbeiteten Produkts identifiziert, die potenziell problematisch sein können.

Dennoch zeigt sich global betrachtet ein einheitliches Bild. Die Zusammenfassung von 51 grossangelegten Studien an knapp 8,9 Millionen Menschen findet bei steigendem Konsum von ultraverarbeiteten Produkten ein höheres Risiko für viele Erkrankungen wie auch für die Gesamtsterblichkeit 1. Eine Forschungsgruppe der EPFL und der University of California San Diego wählte nun einen anderen Ansatz, um die Wirkung ultraverarbeiteter Produkte zu untersuchen. Statt den Verarbeitungsgrad der Lebensmittel zu betrachten, untersuchte sie gezielt die darin enthaltenen Zusatzstoffe und deren Zusammenhang mit den Darmmikrobiota.

257 verschiedene Zusatzstoffe

Weniger Vielfalt bei mehr Zusatzstoffen

Gemüse macht Zusatzstoffe nicht vergessen

Noch kein Grund für eine evidenzbasierte Verbotsliste

Fazit

Quellen

Beitragsbild: © Eigene Darstellung (KI-generiert mit ChatGPT, OpenAI)