Von Dr. sc. nat. ETH Paolo Colombani | Lesezeit 4 bis 5 Minuten
Die Skelettmuskulatur bewegt nicht nur den Körper. Sie ist auch ein Organ, in dem viele Botenstoffe produziert und an andere Organe gesendet werden. In der Forschung gelten daher die Muskeln als zentraler Regulator des gesamten Stoffwechsels. Ein neuer Artikel beschreibt nun Kennzeichen der Muskelgesundheit – und zeigt, weshalb Muskeln die Basis für die Gesundheit darstellen.
Bei gesunden Erwachsenen ohne Übergewicht oder Adipositas macht die Skelettmuskulatur rund 40 Prozent des Körpergewichts aus 1,2. Knapp mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Beinen und im Gesäss, etwa ein Viertel davon im Rumpf und rund ein Fünftel in den Armen.
Der Umsatz der Proteine in diesen Muskeln ist eher gering und beträgt nur etwa ein bis zwei Prozent pro Tag. Dies bedeutet, dass alle 50 bis 100 Tage alle Muskelproteine einmal ersetzt werden. Die Muskeln benötigen dafür etwa 20 bis 25 Prozent der täglich umgesetzten Proteine im Körper – und entsprechend erfolgt rund 75 bis 80 Prozent des täglichen Proteinumsatzes in anderen Organen als den Muskeln.
Die Bedeutung der Skelettmuskulatur geht weit über Bewegung und Kraft hinaus. Sie ist von dominierender Relevanz für die Aufrechterhaltung des gesunden Stoffwechsels und der Homöostase. So nehmen etwa die Skelettmuskeln nach einer Mahlzeit einen Grossteil der Glukose aus dem Blut auf, sind ein Speicher für Aminosäuren und wirken über zahlreiche in ihnen produzierte Botenstoffe auf andere Organe ein. Die Forschung spricht daher schon lange nicht mehr nur von Kraft allein, wenn es um die Muskeln geht. Der Begriff «Muskelgesundheit» ist zum zentralen Forschungsthema geworden.
Eine abnehmende Muskelgesundheit ist nicht nur für Gebrechlichkeit und den Verlust der Selbstständigkeit relevant. Veränderungen der Muskelmasse, Muskelkraft und Muskelqualität treten auch bei Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronischen Nierenkrankheiten und Lungenerkrankungen auf. Häufig beeinflussen sich die Grunderkrankung und die beeinträchtigte Muskulatur gegenseitig.
Trotz dieser zentralen Rolle fehlte bisher ein übergeordnetes Modell dafür, was einen gesunden Muskel eigentlich ausmacht. Eine internationale Forschungsgruppe schlägt nun sieben miteinander verbundene Kennzeichen der Muskelgesundheit vor 3.
Sieben Kennzeichen der Muskelgesundheit
Wenn ein Bereich die anderen mitzieht
Mehr Muskeln bedeuten nicht zwingend mehr Kraft
Bewegung erreicht mehrere Ziele gleichzeitig
Fazit
Quellen
Beitragsbild: © Eigene Darstellung, erstellt mit ChatGPT / DALL·E (OpenAI), 2026.