Von Dr. sc. nat. ETH Paolo Colombani | Lesezeit 3 bis 4 Minuten
Nahrungsfasern gelten als Schlüssel für die Prävention chronischer Erkrankungen –ihre Zufuhr liegt aber in westlichen Ländern deutlich unter den Empfehlungen, auch in der Schweiz. Strategien zur Verbesserung der Zufuhr beinhalten die Anreicherung von Lebensmitteln mit Nahrungsfasern oder ihre Einnahme als Supplemente. Eine aktuelle Übersichtsarbeit diskutiert aktuelle Möglichkeiten.
Ursprüngliche Ernährungsweisen enthalten einen hohen Anteil an echten pflanzlichen Lebensmitteln, die reich an Nahrungsfasern sind. Stark verarbeitete Produkte sind hingegen oftmals arm an Nahrungsfasern – und energiereich. Einer der möglichen Gründe, weshalb der Konsum von hochverarbeiteten Produkten konsistent mit einem höheren Risiko für viele nicht-übertragbare Erkrankungen und der Gesamtsterblichkeit einhergeht, ist daher die Verdrängung von ursprünglichen, echten Lebensmitteln, deren Konsum grundsätzlich als protektiv gilt.
Dies entspricht dem vermehrten Fokus auf Lebensmittel mit vorteilhaften Eigenschaften, während klassischerweise als problematisch eingestufte Lebensmittel bei der Beurteilung der Ernährung in den Hintergrund gestellt – oder gar nicht mehr beachtet werden (siehe «Der PURE Healthy Diet Score») 1,2. Eine sinnvolle Ernährungsweise ist aber oftmals eher eine Vision als Realität – zumindest auf Ebene der gesamten Bevölkerung. Daher gibt es alternative Lösungsansätze, um zumindest Teilaspekte der Ernährung zu verbessern, die man als «Plan B» bezeichnen könnte. Eine kürzlich erschienene Übersichtarbeit diskutiert den Plan B bei den Nahrungsfasern, um das Manko an Nahrungsfasern, den sogenannten «Fiber gap», zu beheben 3.
Nahrungsfasern – wovon sprechen wir überhaupt?
Von «löslichen» vs. «unlöslichen» Nahrungsfasern zur Funktionalität
Verarbeitung entscheidet über Wirkung
Gezielte, aber individuelle Effekte über die Mikrobiota
Wirksamkeit: Vorteil ganzer Pflanzen
Fazit
Quellen
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