Von Dr. sc. nat. ETH Paolo Colombani | Lesezeit 3 bis 4 Minuten

Chronische Entzündungen sind eine Ursache von nicht übertragbaren Erkrankungen. So tragen sie etwa zum Herz-Kreislauf-Risiko bei, auch wenn Blutdruck und Blutfette gut eingestellt sind. Ein neuer Wirkstoff setzt nun zur Bekämpfung an der Quelle der Entzündungen an – und könnte so zu einer ähnlich revolutionären Therapie führen wie die Abnehmspritzen bei Adipositas.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen galten lange vor allem als Folge von Ablagerungen von Cholesterin in den Blutgefässen. Heute ist klar, dass auch Entzündungsprozesse entscheidend an ihrer Entstehung und ihrem Fortschreiten beteiligt sind. Selbst wenn bekannte Risikofaktoren wie erhöhte Blutfette und Bluthochdruck gut behandelt werden, kann deshalb ein sogenanntes entzündliches Restrisiko bestehen bleiben. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Aber neu ist deren Anerkennung in einer wissenschaftlichen Stellungnahme des US-amerikanischen College of Cardiology, die im März 2026 veröffentlicht wurde 1.

Ein genereller Biomarker für Entzündungen ist das hochsensitive C-reaktive Protein, kurz hsCRP. Dieses Protein wird in der Leber als Reaktion auf entzündliche Signale gebildet. Es ist selbst nicht die Ursache der Gefässschädigung, dient aber als gut messbarer Anzeiger für die Aktivität vorgelagerter Entzündungsprozesse. Menschen mit dauerhaft erhöhtem hsCRP weisen im Durchschnitt ein höheres Risiko für Herzinfarkte, andere Herz-Kreislauf-Ereignisse sowie viele andere Erkrankungen und unerwünschte Zustände auf 2,3.

Entzündungen gezielt zu behandeln, gilt daher als vielversprechender Ansatz zur weiteren Verringerung des Herz-Kreislauf-Risikos. Die verfügbaren Möglichkeiten sind bislang allerdings begrenzt.

Ein Sensor des Immunsystems

Vier Wochen unter kontrollierten Bedingungen

Entzündungsmarker sinken rasch

Deutliches Signal, aber noch kein Herzschutz

Fazit

Quellen

Beitragsbild: © Paolo Colombani, OpenAI’s DALL-E mit ChatGPT generiert