Von Dr. sc. nat. ETH Paolo Colombani | Lesezeit 1 bis 2 Minuten

Transfette aus der industriellen, partiellen Härtung von Pflanzenölen gelten seit Jahrzehnten als problematisch für Herz und Stoffwechsel. Bei natürlichen Transfetten aus Milchprodukten kam hingegen bereits vor knapp 15 Jahren eine Metaanalyse zum Schluss, dass kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erkennbar sei. Doch wie sieht die Evidenz heute aus?

Die partielle Härtung pflanzlicher Öle entstand ursprünglich nicht im Kontext der industriellen Lebensmittelproduktion. Ihre Verbreitung geht vielmehr auf die US-Firma Procter & Gamble zurück, die um die Wende zum 20. Jahrhundert nach Möglichkeiten suchte, ihre Produktion von Kerzen und Seifen unabhängiger von zunehmend teurer werdenden tierischen Fetten zu machen. Dazu experimentierte das Unternehmen mit billigem Baumwollsamenöl und erhielt bei dessen teilweiser Härtung ein halb festes Fett, das in Konsistenz und Aussehen stark an Schmalz erinnerte 1.

Zur gleichen Zeit ging die Nachfrage nach Kerzen infolge der zunehmenden Verbreitung elektrischer Beleuchtung und von Glühbirnen zurück. Procter & Gamble erkannte deshalb rasch das wirtschaftliche Potenzial der partiell gehärteten Öle: Sie liessen sich als deutlich günstigerer Ersatz für Schmalz und Butter vermarkten. Die bei der partiellen Härtung entstehenden Transfette fanden somit ihren Weg aus den Laboren der Kerzen- und Seifenindustrie in die menschliche Ernährung.

Marketing als Treiber des Konsums partiell gehärteter Fette

Industriell hergestellte Transfette und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Natürliche Transfette aus Wiederkäuern

Natürliche Transfette und kardiometabole Risiken und Erkrankungen

Die Interventionsstudien

Die Beobachtungsstudien

Unterschied industrielle und natürliche Transfette

Fazit

Quellen

Beitragsbild: © Eigene Darstellung (KI-generiert mit ChatGPT/DALL·E, 2026)